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Die Geschäftsführer von zwei neuen Firmen, die sich in Kirchmösers Industriegebiet ansiedeln werden und dazu bereits die entsprechenden Grundstücke erworben haben, stellte BRAWO bereits vor: Alexander Jung von der Heinrich Badenhausen Gleistechnik GmbH sowie Manfred Angel von der INGENO GROUP GmbH & Co. KG.

 

Heute nun stellen wir einen weiteren Geschäftsmann vor. Christian Granitzki (50) baut am Bahntechnikerring Nr. 3 die KMM Kirchmöser Maschinenbau GmbH auf. Mit ihm führten wir das folgende Gespräch.

 

BRAWO: Kennen bzw. kannten Sie Kirchmöser und woher?

Christian Granitzki: Welcher Genthiner kennt nicht Kirchmöser. Ich bin in der Nähe von Genthin geboren und zu Hause, kenne den Ort seit frühester Jugend. Bekannte, deren Eltern sowie viele Genthiner haben in Kirchmöser jahrelang gearbeitet, ob im Walzwerk, im Werk für Gleisbaumechanik oder im Weichenwerk.

 

BRAWO: Warum sind Sie jetzt mit einer Geschäftsidee nach Kirchmöser gekommen?

Ich habe im Genthiner Industriepark eine Firma, die Genthiner Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH mit derzeit 130 Beschäftigten. Die Auftragslage ist in den letzten Jahren stets steigend gewesen, aber wir können am bisherigen Standort nicht mehr erweitern. Dann wusste ich, dass sich ein Auftraggeber von mir hier in Kirchmöser ansiedeln will. Die Nähe kann nur von Vorteil sein. Und schließlich war die aussichtsreiche Fördersituation ein weiterer Grund, hier zu investieren.

 

BRAWO: Welchen Eindruck haben Sie von den Menschen hier?

Sie sind nicht anders als im 20 Kilometer entfernten Genthin. Ich kann mich dort wie auch hier auf meine Mitarbeiter verlassen. Aber ich habe festgestellt, dass es sehr schwer ist, qualifizierte Leute zu bekommen. Die Anforderungen sind enorm gestiegen. Mir fehlen nach wie vor Facharbeiter für Frästechnik, CNC-Technik und CNC-Programmierer. Und das, obwohl wir seit Jahren immer wieder Lehrlinge mit Erfolg ausbilden. In Kirchmöser werde ich 20 bis 30 Leute benötigen, je nach Auftragslage.

 

BRAWO: Was sagt die Familie zum neuen Standort Kirchmöser?

Erstens ist es ja nicht weit von Genthin, so dass ich jederzeit fahren kann, was ein Teil der Kollegen ohnehin täglich tut, zum anderen habe ich bereits mehrere Firmen aufgebaut, u.a. in Dessau. Also, die Familie kennt es gar nicht anders.

 



Christian Granitzki, Geschäftsführer der KMM Kirchmöser Maschinenbau GmbH, vor dem als erstes aufgebauten hochmodernen Bearbeitungszentrum.
Fotos: ger


BRAWO: Wie begann Ihr Berufsleben, wie kamen Sie zu ihrer heutigen Tätigkeit?

Ich habe an der Technischen Hochschule Magdeburg studiert und bin Diplom-Ingenieur für Maschinenbau. Danach war ich im Genthiner Stahl- und Apparatebau als Technologe, heute sagt man dazu Arbeitsvorbereiter, tätig. 1992 habe ich mich mit zwei Mitgesellschaftern selbstständig gemacht und aus der bestehenden alten Firma die neue, die Genthiner Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH, gegründet. Inzwischen bin ich alleiniger Geschäftsführer.

 

BRAWO: Was war ihre bisher größte berufliche Herausforderung?

Auf jeden Fall der Schritt, sich selbstständig zu machen. Es war zu der Zeit, also 1992, noch realtiv selten, dass jemand von hier eine Firma gründen wollte. Ja, das war für die Treuhandgesellschaft in Berlin sogar so absurd, dass ich wörtlich zu hören bekam: „An einen Ostdeutschen verkaufen wir nicht!“ Aber wie sie sehen: Es hat geklappt.

 

BRAWO: Haben Sie eine Firmenphilosophie?

Ich kann gut damit leben, dass ich Zulieferer bin. Wie übrigens viele andere deutsche Firmen. Wir stellen konkret Teile für den Bereich Windenergie her, der in Deutschland und immer mehr auch in Indien, USA und Frankreich an Bedeutung gewinnt. Unsere Maschinen dazu sind absolutes Weltniveau. Die beiden hier in Kirchmöser wurden erst letztes Jahr auf der weltgrößten Messe der Metallverarbeitung in Hannover vorgestellt.

 

BRAWO: Was haben Sie am Standort Kirchmöser vor, was wurde bereits erreicht?

Die Halle, in der wir jetzt schon produzieren, war einmal die Motoreninstandsetzung und in einem schrecklichen Zustand. An dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude standen eigentlich nur die Außenmauern. Das Dach war undicht, die Fenster waren kaputt, die Kranbahn völlig veraltet, kein Elektroanschluss usw. Das ist jetzt alles in Ordnung, wir haben eine neue Kranbahn, eine neue Heizungsanlage und die erste Maschine läuft gut, bei der zweiten ist der Probebetrieb im Gange. Grob gesagt: Wir liefern Teile für den Antrieb in Windkraftanlagen. Ganz zum Schluss bauen wir auch noch ein Büro, denn Priorität hat die Produktion.

 

BRAWO: Ein Wort zur Unterstützung durch Stadt und Land?

Da kann man im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen wirklich sehr zufrieden sein. Brandenburg, speziell das Team der Projektentwicklung, steht unangefochten auf Platz 1. Aber es liegt auch daran, wie man sich selbst darstellt und da hatte ich bereits Erfahrungen von anderen Standorten.

 

BRAWO: Haben Sie ein Hobby und wenn ja, bleibt Zeit dafür?

Es ist kein Hobby, aber die Familie steht natürlich an erster Stelle. Dann kommen zwei Hobbys: das Hochseeangeln und der Karneval. Ja, in Genthin feiern wir ihn kräftig und ich bin seit 25 Jahren dabei, immer auf der Bühne als Moderator.

 

 

 
KMM Kirchmöser Maschinenbau GmbH | 05.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

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