Die erste Eisenbahn, von Brandenburg kommend, fuhr durch Möser.
Das abgelegene Bauerndorf Möser zählte 286 Einwohner. In und nach dieser Zeit entstanden der Seepavillon Gränert und die Villen in der Gränertstraße.
Es erfolgte die Einrichtung des Eisenbahnhaltepunktes „Gränert“.
wurde der Beschluss gefasst zwischen Möser und Plaue eine Pulverfabrik zu bauen.
Durch das königliche preußische Katasteramt Genthin wurde der Bau einer Pulverfabrik bei Plaue, auf einer Fläche von 550 ha, besiegelt. Von nun an hieß sie „Königlich-Preußische Pulverfabrik bei Plaue Havel“. In größter Eile wurden 400 Fabrikgebäude und 172 Wohnungen gebaut.
Im September waren 4000 Arbeitskräfte und 2000 Kriegsgefangene beschäftigt. Am Wendsee wurden Villen für Offiziere und Beamte der Pulverfabrik gebaut. Es begannen der Bau der Westsiedlung und der Barackenunterkünfte.
wird der 65 m hohe Wasserturm, das Wahrzeichen Kirchmösers, fertig gestellt.
erfolgte die Inbetriebnahme des jetzigen Bahnhofs. Möser wurde in Kirchmöser umbenannt.
fand auf Beschluss des Versailler Vertrages die Demontage aller kriegswichtigen Anlagen statt. Pulvervorräte, auch aus anderen Produktionsstandorten, wurden auf der Kirchmöseraner Halbinsel Wusterau gesprengt.
wurde die Pulverfabrik Plaue durch die damalige Reichseisenbahn-
verwaltung vom Reichsschatzministerium als Rechtsnachfolgerin der Heeresverwaltung erworben. Das Werk erhielt die Bezeichnung „Eisenbahnwerk Brandenburg-West“. Die Reichsbahn übernahm 8 Angestellte, 7 Heeresbeamte und 493 Arbeiter. Einige Fabrik-
gebäude der Schulstraße, der Wallstraße, des Birkenweges und der Uferstraße wurden zu Wohnungen umgebaut.
begann der Bau des Lokomotivunterhaltungswerkes. Die Fertigstellung erfolgte 1924. Neben dem Lokwerk wurden das Zentralwerk mit Instandhaltungswerk, die Weichenwerkstatt, die Chemische Versuchsabteilung und andere Werkstätten eingerichtet. Ein Werkpendelzug verkehrte mehrmals täglich zwischen dem Seegarten, dem Eisenbahnwerk, dem Bahnhof Kirchmöser und zurück.
Grundsteinlegung für das neue Rathaus
Einweihung des Rathauses. Die erste Gemeindevertretersitzung fand im neuen Rathaus statt. Wilhelm Gottschalk wurde mit 9 von 13 Stimmen zum hauptamtlichen Ortsvorsteher gewählt.
Umbenennung des Eisenbahnwerkes in „Reichsbahn-
ausbesserungswerk Brandenburg-West“. Der Personalbestand betrug 2500 Beschäftigte.
Kirchmöser wird selbständiger Amtsbezirk. Wilhelm Gottschalk wird 1. Amtsvorsteher.
erhält Kirchmöser die Auszeichnungsurkunde als „Naherholungsort“. Es gibt 64 Geschäfte und Handwerksbetriebe. Der Ort erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Das Lokomotivwerk wird komplett demontiert und auf 276 Waggons in die besetzte Ukraine transportiert. Zu einem Wiederaufbau kam es nicht.
wird das ehemalige Lokomotivwerk von der „Brandenburger Eisenwerke GmbH“ als Rüstungsbetrieb übernommen. Kriegsgefangene und Fremdarbeiter müssen u. a. Panzerteile für den Krieg Hitlerdeutschlands fertigen.
Das RAW Brandenburg-West wird von der Roten Armee besetzt. Die Anlagen werden demontiert und in die Sowjetunion abtransportiert. Die Rote Armee beschlagnahmt den größten Teil des ehemaligen Lokomotivwerkes und richtet hier ein Panzerreparaturwerk ein. Im Zentralwerk des RAW werden mit völlig unzureichenden Mitteln die erste Lokomotive und einige Personenwagen repariert, um einen ersten Zug für die Strecke Brandenburg – Genthin bereitzustellen.
Auf Befehl der SMAD (Sowjetische Militäradministration Deutschland) in Karlshorst wird im RAW Brandenburg-West mit der Instandsetzung von Güterwagen begonnen.
Kirchmöser hat 6826 Einwohner
Auf einem Teil des Geländes des Lokomotivwerkes wurde mit dem Aufbau des Walzwerkes „Willy Becker“ Kirchmöser begonnen. Im selben Jahr werden die Feineisenstraße und Grobblechstraße des Walzwerkes in Betrieb genommen.
Das RAW Brandenburg-West wird zentrale Ausbesserungswerkstatt für Kranwagen der Direktionen Berlin, Schwerin, Greifswald, Magdeburg und Cottbus.
Kirchmöser gehört jetzt zum Kreis Westhavelland und damit auch zum Land Brandenburg. Zuvor wurde der Ort vom Kreis Jerichow II (Sachsen-Anhalt) verwaltet.
Die selbständige Gemeinde Kirchmöser wird in den Stadtkreis Brandenburg eingemeindet.
wird das Weichenwerk Brandenburg gegründet.
Das Walzwerk Kirchmöser wird dem Stahl- und Walzwerk Brandenburg angegliedert.
Im ehemaligen Hauptverwaltungsgebäude der Pulverfabrik werden die HNO – Klinik, die Augenklinik und die orthopädische Klinik eingerichtet.
Das Chemische Versuchsamt, die Lagerversuchsanstalt, die Mechanische Versuchsanstalt und ein Teil der Schweißtechnischen Versuchsanstalt Wittenberge werden zur Zentralen Prüf- und Entwicklungsstelle zusammengeschlossen. Neben der traditionellen Prüf- und Gutachtertätigkeit befasste sich dieser Betrieb jetzt auch mehr mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Verkehrswesen.
Das RAW wird als „Werk für Gleisbaumechanik Brandenburg-Kirchmöser“ der neuen Reichsbahnbaudirektion unterstellt. Es führt als einziger Reichsbahnbetrieb Generalreparaturen an sämtlichen Gleisbaumaschinen und Eisenbahndrehkranen aus. Auch die Maschinen des österreichischen Herstellers „Plasser & Theurer“ und der Schweizer Firma „Matisa“ werden instand gesetzt.
Kirchmöser hat 6200 Einwohner. In dieser Zeit befanden sich auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik folgende Betriebe: das Werk für Gleisbaumechanik, Weichenwerk Brandenburg, das Zentrum für Material- und Energieökonomie des Zentralen Forschungsinstitutes des Verkehrswesens, das Zentrallager der Zentralen Beschaffungsstelle der Deutschen Reichsbahn, der Werkteil „Willy Becker“ des VEB Qualitäts- und Edelstahlkombinat Stahl- und Walzwerk Brandenburg, die Eisengießerei Kirchmöser des VEB Carl Zeiss Jena, ein Zweigbetrieb des VEB Möbelwerke Neuzera Rathenow, eine Gärtnerei der LPG Pflanzenproduktion Bensdorf und ein sowjetisches Panzerreparaturwerk.
Umstrukturierung der Deutschen Bahn AG (DB AG) in verschiedene Gesellschaften. Neuordnung und Entstehung des Forschungs- und Technologiezentrums und Bahn-Umwelt-Zentrum der DB AG sowie weiterer mittelständischer Unternehmen.
Der Abzug der Sowjetarmee aus dem Panzerreparaturwerk ist abgeschlossen. 2500 Soldaten und Zivilmitarbeiter kehrten in ihre Heimat zurück, 500 Panzer wurden abtransportiert. Die Altlasten blieben.
Das Werk für Gleisbaumechanik wird zum Werk für Gleisbaumechanik der DB AG.
Das Walzwerk stellt seine Produktion ein. Die Grobblechstraße wurde verkauft.
Das Werk für Gleisbaumechanik der DB AG wird zum 1. Januar 2002 an die Gruppe Spezialtechnik Dresden GmbH verkauft.
Übernahme der Bahnflächen (ca. 400 ha) durch die Stadt Brandenburg an der Havel mit anschließender Revitalisierung.
Übergabe Fördermittelbescheid (Gesamtinvestition ca. 23 Mio. €) zur Revitalisierung/Erstellung moderner Infrastruktur im Gewerbe- und Industriegebiet Nord durch den Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg Ulrich Junghanns.
Symbolischer Spatenstich für das GI-Nord im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Herrn Mathias Platzeck und Wirtschaftsminister Herr Ulrich Junghanns.
Übergabe Fördermittelbescheid für das GI-Süd (Gesamtinvestition derzeit ca. 49,4 Mio.€)
Nach Abschluss der EU-weiten Ausschreibungsverfahren konnte mit den Abbrucharbeiten die Revitalisierung im GI-Süd begonnen werden.
Ende der Abbruchmaßnahmen im Gewerbe- und Industriegebiet Süd (ca. 90 Gebäude, rund 110.000 t Abbruchmaterial) und Beginn der Altlastbeseitigung. Rund 265.000 t belasteter Boden werden entsorgt.
Abschluss der Revitalisierungsmaßnahmen im GI-Nord
Baubeginn des 1. Teilabschnitt im Bereich Infrastruktur (Straßenbau, Strom, Gas, Trink- und Abwassererschließung)
Feierliche Übergabe des GI-Nord im Beisein von Wirtschaftsminister Ullrich Junghanns.
Offizielle Einweihung der neuen Seegartenbrücke zwischen Kirchmöser und Plaue im Beisein des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck.