PEK GmbH
   
  HomeKontaktSitemapImpressum  
 
PEK GmbHOrtsteil KirchmöserMediaService
 
Kirchmöser: Standort mit Tradition und Zukunft


18 Jahre nach der Wende ist Kirchmöser auf dem Weg, zu einem innovativen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Bildungsstandort zu werden.

 

Geschichtsträchtiger Standort an der Havel

Eine Halbinsel, eingebettet in die Brandenburger Seenlandschaft mitten im Märkischen Land, ist Kirchmöser ein Ortsteil der Stadt Brandenburg an der Havel. Einen großen Teil des Ortes nimmt das als „Königlich Preußische Pulverfabrik“ in den Jahren 1915/1916 errichtete Industriegelände ein. Es gilt als ein Beispiel für die Industriearchitektur der späten Kaiserzeit und der aufkeimenden Moderne. Der 1916 in Betrieb genommene Wasserturm ist das Wahrzeichen Kirchmösers und ein Orientierungspunkt für die Binnenschifffahrt.

1919 wurde die Pulverfabrik der Reichsbahnverwaltung übertragen. Ein Werk für die Instandhaltung von Lokomotiven nahm 1924 den Betrieb auf. Ab 1952 gingen Bahnweichen aus Kirchmöser in alle Welt, ab 1956 ließ die Reichsbahn in Kirchmöser sämtliche Gleisbaumaschinen und Krane warten. Neben den bahnspezifischen Betrieben entstanden schmucke Direktorenvillen und Siedlungshäuser für die Angestellten. Diese damit initiierte Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Leben und die großflächiger Naturräume der Havellandschaft mit ihren vielfältigen Freizeit- und Sportangeboten erweisen sich noch heute als wichtiger Standortfaktor.

 

 



Da es keine Pläne über die Lage der Medienstränge gab, waren beim Ausbau der Infrastruktur immer wieder Handschachtungen erforderlich.

Die Stadt Brandenburg an der Havel übernahm die Initiative

Da nach der Wende die Tradition des Schienenfahrzeugbaus nur punktuell fortgesetzt werden konnte, blieb ein großer Teil des Industriegebietes Kirchmöser sich selbst überlassen.

Mit Beginn des Jahres 2003 übernahm die Stadt Brandenburg an der Havel die Initiative und ca. 400 Hektar Fläche vom Bundeseisenbahnvermögen (BEV) sowie weitere ca. 10 Hektar ehemalige NVA-Fläche in ihren Besitz. Zur raschen Revitalisierung von ca. 170 ha Gewerbe- und Industriefläche wurde eine städtische Projektgruppe, bestehend aus Mitarbeiter/innen aller Fachrichtungen der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel ins Leben gerufen. Diese übte ihre Tätigkeit als so genannte One-Stop-Agency vor Ort aus, so dass auf Grund kurzer Wege schnelle Entscheidungen für eine rasche Wiederbelegung des Standortes gegeben waren. Gleichzeitig übernahm die Stadt die Projekt-Entwicklung-Kirchmöser GmbH von der Bahn. Diese fungierte bereits vor dem Jahre 2003 als Verwalter im Areal und setzte diese Tätigkeit auch unter dem neuen Eigentümer der Stadt Brandenburg an der Havel fort. Zugleich installierte das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg ein Regionalmanagement am Standort Kirchmöser, um für Investoren auf äußerst kurzen Entscheidungswegen schnelle Ansiedlungen zu ermöglichen.

Gemeinsames Ziel des Landes Brandenburg, der Stadt Brandenburg an der Havel und des Regionalmanagements vor Ort in Kirchmöser ist es weiterhin, mit der Ansiedlung von Unternehmen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze ein optimales Investitionsklimas in der Stadt und der Region zu entwickeln.

 

 



„Unter den Platanen“ - Hauptachse des Industriegebiets Kirchmöser Nord

Abenteuerlicher Aufbruch

Als die Stadt das Industrieareal vor fünf Jahren übernahm, waren ca. 170 der 640 Hektar großen Halbinsel zum Teil metertief mit Altlasten behaftete Industriebrache. „Der Anfang war sehr abenteuerlich“, sagt der städtische Projektmanager Hans-Joachim Freund, „weil lediglich Pläne aus dem Jahr 1915 ausfindig gemacht werden konnten, als in Kirchmöser eine Pulverfabrik gebaut wurde.“ Andererseits verfügt das Industriegebiet noch immer über ein umfangreiches Gleisnetz mit Anschluss an die Eisenbahnstrecke Berlin-Magdeburg. Zu den Vorzügen des Standortes zählen auch der Hafen mit einer Kailänge von ca. 200 m und die Anbindung an die Wasserstraßen Berlin – Magdeburg und Berlin – Hamburg, der nur 5 km entfernte Flugplatz mit Landemöglichkeit für Flugzeuge mit bis zu 14t Startmasse und die Lage 70 Autobahnkilometer vor den Toren der Bundeshauptstadt. Dese Vorzüge sollte die Revitalisierung des Areals noch besser nutzbar machen.

Den Grundstein für industrielle Neuansiedlungen in Kirchmöser-Nord (ca. 100 ha groß) legten der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin Dr. Tiemann am 2. Februar 2004. Zweieinhalb Jahre später waren 6,7 Kilometer Straße gebaut, vor allem eine durchgehende Nord-Süd-Achse angelegt, 37 Kilometer Elektroleitungen verlegt, 600 Meter Gleise mit acht Bahnübergängen, zwei Klärbecken, zehn Trafostationen, vier Pumpwerke und acht Kilometer Trink- und Abwasserleitungen errichtet.

Seit 2005 wird zudem das ehemalige 65 Hektar große Panzer- und Walzwerkgelände, auf dem bis 1994 vor allem sowjetische Streitkräfte stationiert waren, zum Industriegebiet Süd umgestaltet. Von November 2005 bis April 2006 wurden hier über 90 Gebäude abgerissen und 110.000 Tonnen Abbruchmaterial entsorgt. An der ehemaligen Panzertankstelle und der Gasgeneratorenstation mussten Altlasten bis aus zwölf Metern Tiefe abgebaggert werden. Bis Ende 2007 entstanden 3,6 Kilometer Straße neu, wurden 3,6 Kilometer Erdgasleitungen, 24,5 Kilometer Stromleitungen und 11,3 Kilometer Schmutz- und Trinkwasserleitungen verlegt, über 350.000 t Altlasten mussten entsorgt werden.

 

 



Im ehemaligen Torhäuschen am Eingang des Industriegebietes befindet sich nach der Restaurierung ein Stützpunkt der Johanniter Unfallhilfe mit Rettungswagen.

Im Vorfeld der Maßnahme als auch baubegleitend erbrachte das Institut für Umweltanalytik der Lenz-Gruppe als Partner der Baufirmen und der städtischen Behörden diverse Ingenieur- und Analytikleistungen. So wurden die Schadstoffbelastung der Flächen und der Baugrund für die zu errichtenden Straßen vorerkundet und während der Sanierung alle Materialien, wie auszubauender Boden und Bauschutt, beprobt und chemisch für die notwendige Entsorgung deklariert. Bei der Grundwassersanierung wurden der Anlagenbetreiber durch fachgerechte Beprobung des Grundwassers unterstützt und die Proben auf die standorttypischen Schadstoffe wie MKW, BTEX und Alkylphenole analysiert. Seit Ende 2007 gehört das Labor zur Kiwa Control GmbH in Brandenburg, die bestrebt ist, diese Bereiche weiter auszubauen und so der Brandenburger Wirtschaft leistungsstarke Spezialdienstleistungen zur Verfügung zu stellen.

2008 setzt sich die Altlastenentsorgung mit der Beräumung einer größeren munitionsbelasteten Fläche fort. Auch die Grundwasser-Reinigung wird fortgesetzt. Bis Mai 2008 waren insgesamt 45.000 Kubikmeter Grundwasser gefördert und bei der Reinigung etwa 28 Tonnen Altlasten herausgefiltert worden. Noch 2008 sollen die so genannte Russenmauer rund um das Gelände und nicht denkmalgeschützte Anbauten des ehemaligen Feuerwerks-Laboratoriums abgebrochen werden. Die Straße „Am Gleisdreieck“ wird auf 1,1 Kilometern Länge erneuert. Zum Wohngebiet hin erhält das Industriegebiet Süd einen begrünten Lärmschutzwall.

Von 2004 bis Mitte 2008 flossen in beide Industriegebiete fast 80 Mio. Euro, wovon die Stadt Brandenburg ca. 22 Mio. Euro zahlt, die sie vom Bundeseisenbahnvermögen für die Übernahme der Flächen bekommen hat.

 

 



Veranstaltungsgebäude „Altes Pumpenhaus“

Investoren nehmen das Areal an

Inzwischen sind im Industriegebiet Nord bereits 90 Prozent des Fördergebietes vermarktet und auch in Süd konnten schon neun Hektar an Unternehmen verkauft werden. Des Weiteren befinden sich ca. 10 ha in Vertragsverhandlungen. Interessenten bzw. Käufer sind hier Unternehmen aus dem Bereich Gießerei, Produktion neuer Werkstoffe, Containerbau u.ä.

In Kirchmöser sind wieder zahlreiche Unternehmen als Dienstleister in Partnerschaft mit der Deutschen Bahn AG, der DB Systemtechnik sowie dem Bahn- und Umweltzentrum tätig. Sie arbeiten auf dem Gebiet der Schienenverkehrstechnik, produzieren bzw. warten Gleisarbeitsfahrzeuge, sind Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Automatisierungstechnik. In das Technikzentrum investierte die Bahn seit der Bahnreform 17 Millionen Euro, in das Umweltzentrum 5,6 Millionen.

Auch die weltweit ersten Kunststoff-Luftfracht-Container sollen in Kirchmöser gefertigt werden. Bestehend aus Glasfasern und extrem reißfesten Polypylen sind sie um das achtfache stabiler als herkömmliche Alu-Container und mit 62 kg 18 kg leichter. Die Fluggesellschaften könnten so mehr Fracht mitnehmen und sparten Treibstoff.

Neben diesen transportaffinen Unternehmen gehören vorrangig in Umwelttechnologie und Forschung tätige Firmen zu den Neuansiedlungen.

 

 



Vor der Sanierung war es kaum vorstellbar, dass hier bereits zahlreiche große und kleine Veranstaltungen, Konferenzen und Tagungen stattfanden.

Am 01. März dieses Jahres hat am Rande des Industriegebietes Nord ein internationales Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung seine Arbeit aufgenommen. Der Zusammenschluss von rund einem Dutzend kleiner und mittlerer Unternehmen aus ganz Deutschland erfolgte mit dem Ziel, arbeitsteilig aber in Kooperation, wettbewerbsfähig an komplexen nationalen wie internationalen Aufgaben zu arbeiten. Die schmucke Villa, direkt an der Havel gelegen, steht allen angesiedelten Firmen für Seminare und Tagungen zur Verfügung. Zudem bietet der Standort Kirchmöser im „Alten Pumpenhaus“, einer zu einem Veranstaltungsgebäude umgebauten ehemaligen Werkhalle, die Möglichkeit, in einem variabel zu gestaltenden großen Veranstaltungssaal mit bis zu 100 Sitzplätzen – neben einem kleinen Seminarraum für bis zu 10 Teilnehmern – Seminare, Tagungen, Symposien u.ä. am Standort durchzuführen.

 

Kirchmöser ist ein wettbewerbsfähiger und innovativer Wirtschaftsstandort im Land Brandenburg. Mit Unternehmen im bahnaffinen Gewerbe und Unternehmen aus dem Bereich Umwelt und Energie haben sich in Kirchmöser zwei Branchen mit erheblichem Zukunftspotenzial etabliert. 21 neu angesiedelte Firmen seit 2004 und 20 Bestandsfirmen beschäftigen mehr als 1.150 Arbeitskräfte. Weitere sechs Unternehmen bereiten gegenwärtig ihre Ansiedlung vor, darunter u. a. eine Biogasanlage, eine Lösungsmittelfertigung und ein Seminarhotel. Weil Kirchmöser an die gute Tradition anknüpft, Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft miteinander zu vereinen, sollen demnächst hochwertige, wassernahe Wohnungen entstehen und die so genannten weichen Standortfaktoren, wie. Kita, Schule, Weiterbildung weiter ausgebaut werden. bs

 

Artikel aus der regionalen Fachzeitschrift "Bauen-Wohnen-Freizeit",

Ausgabe Juli/August 2008, Dr. Barbara Schaffernicht

 

 

 
Kirchmöser: Standort mit Tradition und Zukunft | 05.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

Keine News in dieser Ansicht.