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Kirchmöser hat wieder ein Pendel



Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann bei der Enthüllung eines Gedenksteins für das Gewerbegebiet Süd. Im Hintergrund ist die Lokomotive zu sehen, die am 3. Mai einen Stammplatz in Kirchmöser erhält. Foto: Krüger

Museumslok wurde am traditionellen Bahnstandort feierlich getauft

 

Kirchmöser (wok). Mit dem unverkennbaren, langgezogenen Pfiff einer Dampflokomotive begann am Donnerstag eine neue Etappe der Entwicklung des Industriestandortes. Bei strahlendem Sonnenschein und unter den anerkennenden Augen vieler alteingesessener Kirchmöseraner und Vertreter der rund 70 dort wieder oder neu angesiedelten Firmen schnaufte eine altehrwürdige Lok der Baureihe 52 in das Industriegebiet Süd. Im Schlepptau eine weitere "52er" sowie zwei historische Waggons.

 

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns, Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann (beide CDU) und IHK-Präsident Dr. Victor Stimming hatten das besondere Vergnügen, die letzten Meter auf dem Führerstand der Museumslokomotive zu verbringen. Das nicht mehr fahrtüchtige Gefährt soll künftig seinen Platz auf historischem Grund erhalten: in der Straße Unter den Platanen, gegenüber der Spema-GmbH, die übrigens am Donnerstag ihr zehnjähriges Bestehen begehen konnte (mehr dazu in BRAWO am Mittwoch).

 

Doch vor der feierlichen Taufe der Museumslok galt es noch, einen weiteren bedeutenden Höhepunkt zu würdigen. Das taten Junghanns und Tiemann mit kurzen Ansprachen. Der stellvertretende Ministerpräsident betonte: "Ein wichtiger Schritt zur Revitalisierung des Industriestandortes Kirchmöser ist getan. Sehr viel ist auf dem über 400 Hektar großen Areal geschehen, was man vorher nicht glauben mochte. Heute ist das Gebiet Nord zu 90 Prozent vermarktet und auf dem 48 Hektar großen ersten Bauabschnitt im Gebiet Süd sind die Revitalisierungsarbeiten beendet. 49 Millionen Euro wurden dafür bisher bereitgestellt. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald über neue Erfolge aus Kirchmöser sprechen können und sage hier meine weitere Unterstützung in Zukunft zu."

 

Die Oberbürgermeisterin erinnerte an den ersten Spatenstich für das Gebiet Nord am 2. Februar 2004 und würdigte die Tatsache, dass schon drei Jahre später die Infrastrukturmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden konnten. "Aber Kirchmöser ist für mich mehr als eine erfolgreiche Infrastruktur. Es ist doch toll, dass es uns gelungen ist, hier mit der Berufsorientierten Obersschule eine Schule zu erhalten, die heute ausreichend Bewerber hat." Sie erinnerte weiter daran, dass die umfangreichen Arbeiten auch eine Fülle von Einschränkungen mit sich brachten. "Aber wir verfügen damit heute über einen Gewerbestandort, der nach modernsten Gesichtspunkten bei gleichzeitiger Einhaltung des Denkmalschutzes ausgebaut wurde." Sie fügte besonders hinzu, dass nicht nur eine neue Brücke am Seegarten gebaut wurde, sondern auch viele Brücken zwischen den Unternehmen entstanden sind, was letztlich der Gesamtentwicklung zugute kommt. Nunmehr gelte es, auch den Wohnstandort Kirchmöser weiter auszubauen, um weitere Firmen und Familien hier ansiedeln zu können.

 

Musikalisch umrahmt vom über 80 Jahre alten Eisenbahner-Männerchor kam es dann zum Höhepunkt: der Taufe der Museumslok. Davor sagte der auch im realen Leben als Lokführer tätige Peter Rust, genannt "Locke": "Im Jahr 2004 haben wir die Lok als Schrott übernommen. In über 400 Stunden wurde sie repariert, lackiert und als Museumsstück hergerichtet. Sie ist jetzt ein Schmuckstück und passt genau hier her!"

 

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann ergriff sodann die Flasche Rotkäppchen-Sekt und ließ sie mit den Worten an der Lok zerschellen: "Ich taufe dich hiermit auf den Namen Kirchmöseraner Pendel." Für die Kirchmöseraner ist der aus vielen Vorschlägen ausgesuchte Name sehr leicht nachvollziehbar. Auch wenn die Lok nur ein einziges Mal in Kirchmöser war (im Jahr 1947 zur Ausbesserung im Reichsbahnausbesserungswerk), steht sie für den traditionellen Bahnstandort. Und Pendel resultiert aus der Tatsache, dass bereits im Jahr 1921 für die Reichbahn ein Werkspendelverkehr zwischen Bahnhof und Nordtor eingerichtet wurde. Erst im Jahr 1991 endete diese Ära.

 

Übrigens wird die Lok mit einem großen Fest am 3. Mai von 10.00 bis 18.00 Uhr auf seinen endgültigen Platz in der Nähe des Nordtors gebracht.

 

Feierlich enthüllt wurde auch ein Gedenkstein mit der Aufschrift "Revitalisierung Kirchmöser, GI Süd, 2005-2008". Auf ihm wird weiter informiert, dass das Vorhaben von der Europäischen Union mitfinanziert wurde. Der Stein wird seinen Platz auf einem Rondell am Industriegebiet Süd erhalten.

 

Brawo, 27. April 2008

 
Kirchmöser hat wieder ein Pendel | 05.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

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