Internationales Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung in Kirchmöser gegründet

DB-Chef Hartmut Mehdorn bekennt sich zum traditionellen Bahnstandort in Brandenburg
Kirchmöser ist ein Industriestandort mit Tradition und Zukunft. Im 30 Kilometer südwestlich von Berlin gelegenen Ortsteil der Stadt Brandenburg an der Havel hat die Deutsche Bahn AG ihr Eisenbahn-Know-how konzentriert und beschäftigt 150 hoch qualifizierte Ingenieure und Spezialisten in den Bereichen Technik und Umweltschutz.
In das Technikzentrum investierte das Unternehmen seit der Bahnreform 17 Millionen Euro, in das Umweltzentrum 5,6 Millionen.
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 Kirchmöser zählt heutzutage rund 4.300 Einwohner. Ein großer Teil des Ortes ist Industrie- und Gewerbefläche, die seit einigen
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Erst Längst hatte Kirchmöser einen Mann zu Besuch, der nicht nur dem SPD-Ortsverein angehört und in nächsten Jahr in diesem Wahlkreis für den Deutschen Bundestag kandidieren will, sondern von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier versprechen sich die Wirtschaftsakteure in Kirchmöser vor allem neue Chancen, dem Standort mehr internationales Gewicht zu verleihen. Hartmut Mehdorn, der Chef der Deutschen Bahn, der Steinmeier bei seiner Visite in Kirchmöser begleitete, kann mit einem Handfesten Versprechen: Die CB Systemtechnik und das Bahn-Umweltzentrum in Kirchmöser werden auch „in Zukunft einen Platz im Konzern haben“, sagte Mehdorn. Das ist eine wichtige lokale Botschaft, das ist für die Projektentwicklung- Kirchmöser GmbH (PEK), einer Eigengesellschaft der Stadt Brandenburg an der Havel zur Vermarktung des Industriestandortes, ein bedeutsames Signal und uneingeschränktes Bündnis, das die Deutsche Bahn mit Kirchmöser verbindet. Für Steinmeier war Mehdorns Bekenntnis zu Kirchmöser wertvoll.
Eine solche Aussage habe er sich „gewünscht“ , sagte er, der nun hofft, „dass Kirchmöser insgesamt ein stabiler Standort wird“.
Kirchmöser zählt heutzutage rund 4.300 Einwohner. Ein großer Teil des Ortes ist Industrie- und Gewerbefläche, die seit einigen Jahren unter maßgeblicher Verantwortung der PEK wieder aktivieren wird. Dass Bahn- Chef Mehdorn heutzutage rückhaltlos zu Kirchmöser steht, liegt nicht zuletzt an den Langen Traditionen, die in die ersten Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgeht. Die hier existierende Pulverfabrik ist 1919 der Reichsbahnverwaltung übertragen worden und firmierte unter Eisenbahnwerk Brandenburg- West. Es wurde ein Werk für die Instandhaltung von Lokomotiven eingerichtet, dass 1924 den Betrieb aufnahm. Darüber hinaus entstanden ein Instandhaltungswerk, eine Weichenwerkstatt, eine Chemische Versuchsanstalt und weitere Werkstätten auf dem weitläufigen Gelände. Seit 1926 hieß die Anlage Reichsbahnausbesserungswerk Brandenburg- West. 2.500 Mitarbeiter waren hier beschäftigt. Lokomotiven und Wagons wurden nach modernsten Methoden, teilweise am Fließband, gewartet und instandbesetzt. 1942 wurde das Lockwerk komplett demontiert und in Richtung Ukraine abtransportiert. Die Brandenburger Eisenwerke GmbH übernahmen die verbliebenen Anlagen. Kriegsgefangene und Fremdarbeiter wurden hier zur Produktion von Panzerteilen und Panzern eingesetzt. In der Nachkriegszeit richtete die Sowjetarmee in Kirchmöser ein Panzerreparaturwerk ein, und 1946 nahm auch die Reichsbahn in den Resten des ehemaligen Werkes die Arbeit wieder auf. 1952 begann das Weichenwerk Kirchmöser mit der Herstellung von Weichen für Bahnen in aller Welt. Seit 1956 hieß das Raw Werk für Gleisbaumechanik Brandenburg- Kirchmöser. Sämtliche Gleisbaumaschinen und Krane der Reichsbahn wurden hier gewartet.
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 In dieser schmucken Villa, direkt an der Havel gelegen, residiert das Internationale Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung in Kirchmöser. Im August wird das Areal offiziell eingeweiht. Dazu hat auch Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier sein Kommen zugesagt.
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18 Jahre nach der Wende ist Kirchmöser auf dem Weg, zu einem innovativen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Bildungsstandort zu werden. Nicht nur, dass die Stadt Brandenburg an der Havel zum 1. Januar 2003 rund 400 Hektar vom Bundeseisenbahnvermögen und weitere zehn Hektar ehemalige NVA-Fläche auf der Halbinsel Kirchmöser übernahm und seitdem mit einem Pilotprojekt des Landes Brandenburg die umfangreiche Revitalisierung erfolgreich vorantreibt; am 1. März dieses Jahres hat hier ein Internationales Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung seine Arbeit aufgenommen. Was im ersten Moment wie eine Vision klingt, ist mehr als ein handfester Versuch durch den Zusammenschluss von rund einem Dutzend Unternehmen aus ganz Deutschland, den traditionsreichen Wirtschaftsstandort Kirchmöser auf den Schild zu heben. „Die Globalisierung als Gradmesser der eigenen Leistungsfähigkeit zu verstehen, sucht nach alternativen Ansätzen bei kleinen und mittleren Unternehmen, um in Kooperation auch mit den `Großen` an komplexen nationalen wie internationalen Lösungen zu arbeiten“, sagt Prof. DR. Günther Krause, Geschäftsführer der IBP GmbH aus Rostock/Roggentin, zur Motivation der Gründung dieses Begegnungszentrums. Diese Situation habe am Standort Kirchmöser unterschiedliche Unternehmen, Bildungsträger und Einrichtungen zusammenkommen lassen, um arbeitsteilig gemeinsame Probleme zu überwinden und diese geeignete Lösungen zuzuführen.
Neben der IBP GmbH aus Rostock/Roggentin sind im Begegnungszentrum integriert das Berufliche Bildungszentrum Wittenberge, die Preußische Akademie für Zukunftsentwicklung i. G., die Dorschholding mit der DC Verkehr, die Firma „Badenhausen Gleistechnik“, die RVG GmbH Cottbus, die NTG Gelnhausen(Maschinenbau),die SIV.AG Rostock/Roggentin als Projekt- und Softwareentwickler sowie in naher Zukunft die BR BioRohöl AG als Hersteller von Anlagen zur Gewinnung von Rohöl aus Biomasse und Reststoffen. Diese Unternehmen wollen mit weiteren in Kirchmöser ansässigen Partnern durch Nutzung von Synergien ihre Marktchancen hier in Deutschland einerseits deutlich erhöhen, anderseits aber auch die Entwicklung in Richtung Osteuropa durch Komplett- Angebote für Aufgabenstellung sichern. Als früherer Bundesverkehrsminister würdigt Krause den Ideenansatz von Bahnchef Mehdorn, in Kirchmöser ein Technologiezentrum zu installieren und die Technologie Gleisbau an diesem Standort voranzutreiben. Auch die brandenburgische Landesregierung liege mit der Orientierung auf dem Ausbau dieses Standortes genau im Trend der Zeit. „Globalisierung annehmen, heißt für den Mittelstand: sich durch Bündnisse stärker machen“ , betont Krause. Der Regionalmanager der Projektentwicklung Kirchmöser GmbH, Dirk Zielke, glaubt, dass Kirchmöser, nur 40 Minuten vom Zentrum der Hauptstadt Berlin entfernt, durch das internationale Begegnungszentrum an Anziehungskraft für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung noch weiter zunehmen wird. Dass anlässlich der offiziellen Eröffnung des internationalen Begegnungszentrums im August dieses Jahres auch der Vizekanzler, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, sein Kommen zugesagt habe, deutet auf die enorme politische Bedeutung hin, die die Bundesregierung dem Industriestandort Kirchmöser und dieser neuen Institution beimisst.
Artikel aus dem Magazin
mdw „Das Deutsche Magazin für den Aufbau Ost“, André Wannewitz