Weltniveau aus Kirchmöser

Kirchmöser (pet). Im Beisein von Wirtschaftsminister Ulrich Junghans (CDU) und zahlreicher Gäste hat am Montag ein neu entwickelter Schienenfräszug vom Typ SFU 04 die Werkhallen der GBM Gleisbaumechanik Brandenburg GmbH verlassen. Der Prototyp wurde laut Geschäftsführer Friedhelm Hahn seit 2004 entwickelt und wurde innerhalb von 20 Monaten gebaut. Er soll ab März in der Londoner U-Bahn eingesetzt werden - zum Beseitigen von Unebenheiten und Haarrissen. Im Einsatz bringt es der Fräszug auf 1,8 km pro Stunde, auf der Strecke schafft er bis zu 60 km/h Spitzengeschwindigkeit.
Der 120 t schwere, 3 m hohe und 30,8 m lange Fräszug sei das 3. von der Gleisbaumechanik entwickelte Fahrzeug mit Weltniveau, sagte Hahn. Es gebe in Europa und den USA nur fünf Firmen, die solch eine Maschine bauen könnten, lobte Lutz Jellito vom Auftraggeber Schwerbau Stadthagen GmbH. Vorteil gegenüber herkömmlichen Fräsmaschinen sei, dass auf zusätzliches Schleifen im Regelfall verzichtet werden kann.
Außerdem werden Schleifspäne abgesaugt so dass eine nachfolgende Reinigung entfällt, erzählt Gleisbaumechanik-Chef Hahn, der den Kaufpreis auf ca. 3,5 Mio. Euro bezifferte. Per Lok soll der gelbe Zug nach London geschleppt werden. Allerdings werde die neu entwickelte Maschine die sich vor allem für Einsätze in Tunnel eignet ein Nischenprodukt mit geringen Stückzahlen bleiben, glaubt Hahn. Frühstens nach dem dritten verkauften Zug amortisieren sich Hahn zufolge die Entwicklungskosten. Interesse für Kirchmöseraner Fräszüge gebe es zur Zeit aus Russland und Korea berichtet Friedhelm Hahn.
Die GBM Gleisbaumechanik beschäftigt zur Zeit 109 Mitarbeiter und erwirtschaftet Hahn zu folge 14. Mio. Euro Jahresumsatz. Fürs kommende Jahr rechnet die Geschäftsführung mit ähnlichen Zahlen, allerdings wollte die GBM nach einer Null im Geschäftsjahr 06, dann wieder zurück in die Gewinnzone kommen so Hahn.
Das Unternehmen hat sich auf die Instandsetzung von Gleisbaumaschinen spezialisiert. Bis 2003 wurden in Kirchmöser auch Maschinen von Typ GAF gebaut, mit denen Bahnoberleitungen repariert werden können.
Artikel aus dem Preußenspiegel vom 20.12.2006