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Minister auf Erkundungsreise



Steinmeier im Gespräch mit Mehdorn und Bahn-Laborchefin Wiegers.

Außenminister Steinmeier informierte sich in seinem neuen Wahlkreis über Wirtschafts-Ansiedlungen


Um die Vielfalt und wirtschaftlichen Voraussetzungen seiner künftigen Heimat kennen zu lernen, besuchte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montag erstmals den traditionsreichen Industriestandort Kirchmöser.


Als ehemaliger Kanzleramtschef habe er oft mit der deutschen Bahn und deren Chef Hartmut Mehdorn zu tun gehabt, erzählt Steinmeier, der 2009 für den Wahlkreis kandidieren möchte. Von den rund 1.200 Beschäftigten in den beiden Kirchmöseraner Industriegebieten sind 150 bei der Deutschen Bahn angestellt - hoch qualifizierte Ingenieure und Fachspezialisten. Die DB habe seit der Bahnreform 1994 massiv in den Ausbau von Arbeitsplätzen in Kirchmöser investiert, sagte Hartmut Mehdorn: so seien 17 Mio.Euro in das Technikzentrum geflossen und weitere 5,6 Mio. Euro ins Umweltzentrum.


Steinmeier lernte u.a.wie Risse in Rädern und auf Schienen und dazugehörige Reparaturpläne entstehen, wie Schotter auf Verunreinigungen untersucht wird, und dass der ICE auf französischem Gebiet einen Schotterschutz benötigt, weil dort die Schottersteine kleiner sind als in Deutschland.


Die DB-Systemtechnik,die nach Unternehmensangaben Europas größtes Kompetenzzentrum für Bahntechnik ist, beschäftigt in Kirchmöser 90 Experten.


Bundesweit habe die DB Systemtechnik mit weiteren Standorten in München und Minden über 800 Mitarbeiter, teilte der Standortverantwortliche Dr. Manfred Bannasch mit. Zu den Aufgaben gehörten u.a. die Bewertung der Betriebsfestigkeit der Werkstoffe, die Weiterentwicklung technischer Regelwerke, die Optimierung von Instandhaltungs-Prozessen, die Weiterentwicklung zerstörungsfreier Prüfungsmethoden von Radsätzen und Schienen sowie die Analyse und Zertifizierung von Schweißtechniken.


Auf dem 34.000 Quadratmeter großen Gelände unterhält die DB Systemtechnik Prüfstände, Simulations- und Diagnose-Einrichtungen, die auch international vermarktet werden. Im Kirchmöseraner Umweltzentrum, das sich auf 21.000 Quadratmetern befindet, werden laut der Leiterin Dr. Ingeborg Wiegers jährlich 20.000 Proben von Schotter, Boden und Bauschutt aus dem Bundesgebiet untersucht und bewertet. Das Gebäude dient seit 1914 als Labor. Zudem würden von den 60 Mitarbeitern des Umweltservices u.a. Wasser- und Abwasser nach Gefahrstoffen untersucht sowie ökologische Notfälle simuliert und analysiert. Die Auftragslage ist laut Wiegers hervorragend.


Zwischen 1990 und 2002 konnte laut Mehdorn die Bahn sich bei der Luftreinhaltung und beim Lärmschutz verbessern. So wurde in dem Zeitraum der Kohlendioxid-Ausstoß um 25 Prozent gesenkt - bis 2020 soll laut Mehdorn eine weitere Senkung von 20 Prozent erzielt werden. Um den Schienenverkehrslärm zu reduzieren, entwickle die Bahn lärmarme Technologien an Fahrzeug und Fahrweg, berichtet Mehdorn.


Eine wichtige technische Neuheit sei dabei eine Verbundstoffbremse für Güterwagen, die das Rollgeräusch um die Hälfte reduziert. Mehdorn:„In Kirchmöser halten wir ein Eisenbahnwissen vor, dass weltweit nachgefragt ist. Hier werden neue Produkte entwickelt, die wir dringend brauchen. Der Standort ist auch in Zukunft gesichert.“ Hartmut Mehdorns Treffen mit Frank-Walter Steinmeier hatte aber noch einen anderen Grund: Mehdorn will bei der Bundesregierung um Geld werben für eine Verbesserung der Infrastruktur. Für die mitunter verfallenen und nicht mehr benötigten Bahnhöfe sei derweilen eine Lösung gefunden worden: sie werden teilweise von den Kommunen übernommen.


Artikel aus dem Preußenspiegel vom 06.02.2008, René Paul-Peters, Foto:pet

 

 
Minister auf Erkundungsreise | 05.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

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