Edles aus Kirchmöser

Ars Argenti startet die Produktion/Mini-Motor mit Porschegeräuschen
Hochwertig lautet das Wort, das Jochen Morlock in seinen Sätzen am stärksten betont. Von Billigware etwa aus China will sich der Vertriebschef der Firma „Ars Argenti“ ganz deutlich absetzen.
Hochwertiges „made in Germany“ soll die Design-Manufaktur in Kirchmöser künftig verlassen. Gestern stellte die Geschäftsführung ihr Unternehmen und die neue Produktionsstätte gegenüber der Gleisbaumechanik in der Adlerstraße vor.
Ars Argenti entwirft und produziert Image-Produkte für große Unternehmen, vorwiegend aus der Autobranche. Eine Uhrenkollektion für Volkswagen, edle Aschenbecher, Füllfederhalter Schlüsselanhänger und Krawattenschieber für Audi, Mercedes und Lamborghini, für Porsche sogar ein originalgetreues Miniatur-Modell des 911er-Motors aus Stahl. Der Clou: Dazu gibt es eine CD, auf der die Geräusche sämtlicher Porsche-Motoren zu hören sind. Ein echtes Fanprodukt also, das für 400 Euro zu haben ist.
Die Produkte von Ars Argenti sind keine Feld-, Wald- und Wiesen-Werbegeschenke, sondern wie Jochen Morlock es ausdrückt, „Direktionsgeschenke“ oder edle Imageträger, welche die Kunden - Unternehmen weltweit auch zum Verkauf anbieten.
Vor rund zwei Jahren hatte ein Unternehmer aus Kirchmöser, Complus-Chef Uwe Meiberg, die Pforzheimer auf den Brandenburger Ortsteil aufmerksam gemacht. Ein Jahr später kauften sie eine Produktionshalle von 1916 im Industriegebiet Nord, bauten sie auf und um. Im Laufe der nächsten Wochen verlagert die Firma ihre Produktion aus der Goldstadt in Südwestdeutschland nach Kirchmöser.
In Pforzheim sei noch traditionell mechanisch gearbeitet worden, berichtet Betriebsleiter Achim Velte: Fräsen, Drehen, Stanzen. In Kirchmöser hält Hightech Einzug. Mit Laser-Sinter- und anderen modernen Maschinen können die Feinschmiede komplexe Formen aus verschiedenen Werkstoffen wie Edelstahl, Bronze, Gold, Titan und Karbon konstruieren und ganze Metallstücke fräsen.
Mehr als eine Million Euro hat das Unternehmen, staatlich gefördert, in den Maschinenpark investiert, zusammen mit Hallenkauf und -umbau rund zwei Millionen Euro, berichtet Geschäftsführer Jürgen Kohlschmidt.
Mit zehn Mitarbeitern möchte die Firma, die im vergangenen Jahr rund zwei Millionen Euro Umsatz erzielt hat, starten. Zwanzig Beschäftigte sind die Perspektive von Ars Argenti in Kirchmöser. Benötigt werden Werkzeugmacher mit CNC-Kenntnissen. Noch seien nicht alle Stellen besetzt, so der Betriebsleiter.
Märkische Allgemeine Zeitung vom 30.11.2007, Jürgen Lauterbach