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Sicherheit im Sekundentakt - Die neue Firma Kfs ergänzt Leitplankensystem-Produktion in Kirchmöser

Geformtes und verzinktes Stahlblech aus Kirchmöser schützt Rennfahrer in Japan und Autofahrer in vielen Ländern Europas. Die Leitplankensysteme sorgen bei einem Unfall für einen relativ weichen Aufprall und verhindern, dass der Unfallwagen die Leitplanke durchbricht.

 



H.Emminger und L.Kotlowski

Auch China steht inzwischen auf der Exportliste von Hermann Emminger (69), Chef der Firmengruppe um die BBV Baustahl und Blechverarbeitungsgesellschaft (BBV) im Industriegebiet Kirchmöser-Süd. Gestern bekam die neu gegründete eigenständige Firma „KfS Formstahl“ den vorerst letzten Schliff. Das Werkzeug ist eingetroffen, mit dem das Unternehmen nun auch das letzte Einzelteil des Leitplanken-Systems maschinell in der Kirchmöseraner Fabrikhalle produzieren kann. „Distanzstücke“ heißen diese doppelten Abstandhalter, die an engen Straßen- und Autobahnstellen montiert werden. „Wir liefern jetzt alles aus einer Hand“, berichtet Emminger. Zugekauft werden nur noch die vorgeschnittenen Bleche und in Millionenstärke die Schrauben. Vor dem Start der Kfs im Juni hatte die Firmengruppe zwar schon die so genannten „Super-Rail-Systeme“ gebaut, montiert und verzinkt.

 

Doch die Kleinteile, welche die Planken und Pfosten verbindet, mussten noch in entsprechend zu kleiner Stückzahl produziert oder gekauft werden, erklärt Kfs-Geschäftsführer Lutz Kotlowski (60). Mit den neuen Werkzeugen und Maschinen können die Arbeiter im Werk die „Pfostenklauen“, Abstandhalter und nun auch die Distanzstücke in Sekundenschnelle stanzen. „Früher waren drei bis vier Vorgänge nötig, jetzt passiert das in einem Hub“, erklärt Hermann Emminger. Auf 100 000 Verbindungselemente im Jahr ist die Produktionslinie derzeit angelegt, aber das sei steigerungsfähig, heißt es. Mit den „Super-Rail-Systemen“ reagiert der frühere Chef des Walzwerkes auf den Trend am Markt.

 



Matthias Kuhs befindet sich im letzten Halbjahr seiner Ausbildung und bedient den Teil der Produktionslinie, in dem das einlaufende Metallband gerichtet und die Teile gefertigt werden.

Seine Abnehmer, das sind Montageunternehmen, bevorzugen Leitplanken, die als komplettes System kurzfristig und vormontiert geliefert werden, so dass wenige Stunden reichen, um sie am Rand und auf den Mittelstreifen von Autobahnen und größeren Straßen zusammenzuschrauben.

Die Firmengruppe aus Kirchmöser macht nun alles selbst: von der Herstellung bis Verzinken und zur Vormontage. Den Vertrieb organisiert die BBV-Gruppe nur in Deutschland, ihre Kunden verkaufen die Super-Rail-Systeme dann in europäische Länder und nach Asien. Aktuelle Projekte sind die Wusterwitzer Ortsumgehung, die A30 bei Osnabrück und die A1 bei Hamburg. Hermann Emminger sieht vor allem in den alten Bundesländern noch viel Arbeit, denn dort steht die Erneuerung der Rand- und Mittelstreifensicherung der alten Autobahnen an. Vom Vorzug der Stahlbleche sind Emminger und Kotlowski natürlich überzeugt. Durch das Kastenprofil nehme die Leitplanke große Aufprallkräfte auf. Wenn ein Auto verunglücke, verforme sich nur die Planke, der Wagen federe zurück.Das sei im Vergleich zu festem, undynamischem Beton sicherer für den Fahrer. Zu den 100 Mitarbeitern der Firmengruppe gehören auch die Leitplanken-Reparateure. Hermann Emminger lobt die Zusammenarbeit mit der Autobahndirektion und den Meistereien in Niemegk, Werder und Birkenwerder.




jl – Märkische Allgemeine Zeitung

 

 
Sicherheit im Sekundentakt | 05.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

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