Zwei Chefs auf Abwegen

Kirchmöser (wok). 412 im Land Brandenburg ansässige Firmen beteiligten sich am ersten "Tag des offenen Unternehmens". Nach Schätzungen der Staatskanzlei, der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern nutzten Zehntausende Menschen das Angebot zu einem Betriebsausflug der besonderen Art. Peter Breuer empfing am Samstag pünktlich um 10.00 Uhr die ersten Besucher im BWG Weichenwerk in Kirchmöser. 40 Jahre lang hat er hier gearbeitet, war unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und ist somit heute auch als Rentner bestens prädestiniert, seinen ehemaligen Kollegen und vielen weiteren Neugierigen das Werk in seiner heutigen Form zu zeigen, von Altem und Neuem zu berichten. Zu den ersten Neugierigen am Tag des offenen Unternehmens gehörte Horst Peters, der ebenfalls mehr als vier Jahrzehnte hier gearbeitet hat. "Man ist auch heute noch eng verbunden mit seinem Betrieb, kennt noch viele Kollegen. Darum bin ich heute gerne hier." Drei Unternehmen aus dem Industriegebiet Kirchmöser-Nord hatten sich zusammen getan, um den eigenen Kollegen mit ihren Angehörigen und insbesondere allen interessierten Kirchmöseranern zu demonstrieren, was sich hier in den letzten Jahren verändert hat. Sie hatten Busse bestellt, die die Besucher zu den drei Firmen Gleisbaumechanik, BWG Weichenwerk und Rail.One Betonschwellenwerk brachten. Dazu fuhr ein weiterer Bus ausschließlich innerhalb des Geländes und durch eine Produktionshalle des Weichenwerkes. So konnte sich jeder der rund 1.000 Besucher gefahrlos auch die laufende Produktion ansehen.
Reges Treiben war schon kurz nach Beginn in der Produktionshalle der Gleisbaumechanik zu beobachten. So kletterte auch der zehnjährige Patrick Wehe unter Aufsicht seines Vaters Torsten auf die Gleisbaufahrzeuge, die hier instand gesetzt werden. "Ich finde es toll, zu sehen, wo mein Papa arbeitet," sagte Patrick stolz. Und das kann er sein, denn sein Vater ist hier schon seit 25 Jahren tätig, elf davon im Kundendienst. Besondere Freude machte Patrick und den vielen anderen Kindern der Besuch auf dem Führerstand einer kleinen Diesellok des Typs V 22-01, wo sie auch mal die Signalglocke betätigen durften. BWG-Werkleiter Wolfgang Geucke war sichtlich beeindruckt vom Erfolg des ersten Tags des offenen Unternehmens. "Uns haben viele ältere ehemalige Kollegen in Begleitung ihrer Enkel und Urenkel besucht. Sie haben gern an den Bustouren teilgenommen, sich bei den Führungen die modernsten Weichen zeigen lassen und nicht zuletzt vom Hochhaus auf Kirchmöser und die schöne Umgebung geschaut. Mich freut, dass gerade viele junge Leute hier waren. Ein tolles Beispiel: Mich hat vor drei Jahren ein Junge aus der 7. Klasse angeschrieben. Er wollte hier ein Praktikum machen. Jetzt hat er sich um eine Lehrstelle beworben und trotz Zusagen auch von anderen Brandenburger Betrieben darauf bestanden, hier zu lernen. Denn Nachwuchs brauchen wir alle. Übrigens: Ich selbst habe mich auch in den Bus gesetzt und die große Rundfahrt mitgemacht, mir die anderen Betriebe angesehen. So kam es auch zum ersten Mal in völlig ungezwungener Atmosphäre zum persönlichen Gespräch z.B. mit dem Geschäftsführer der Gleisbaumechanik, Friedhelm Hahn."
Friedhelm Hahn war ebenfalls mit dem Bus unterwegs. Seine Bilanz: "Auch bei uns waren rund 1000 Besucher. Mich hat das Interesse vor allem vieler junger Leute gefreut. Hochinteressant fand ich selbst bei der Rundfahrtdie Produktionsstätte der Betonschwellen und wie heute Weichen gebautwerden. Und den tollen Ausblick vom Hochhaus des Weichenwerkes auf Kirchmöser und Umgebung habe ich mir auch nicht entgehen lassen. Ich kann sagen: Wenn es noch mal einen solchen Tag des offenen Unternehmensgibt, sind wir selbstverständlich wieder dabei."
Fazit von Regionalmanager Dirk Zielke nach dem Tag in Kirchmöser: "Es war eine tolle, gelungene Veranstaltung. In diesem Sinne muss es weitergehen. Wir alle würden uns wünschen, dass sich künftig noch mehr Unternehmen aktiv beteiligen. Nur so machen wir den zukunftsträchtigen Standort Kirchmöser noch interessanter für Arbeitskräfte, die wir in den kommenden Jahren brauchen."
Brawo, 16.05.2007